66.000 Archivalien umgezogen - Neue Regalanlagen für das Stadtarchiv Fürth

Schon seit Jahren sind die Magazinräume des Stadtarchivs Fürth annähernd voll. Aktenübernahmen waren kaum mehr möglich. Provisorische Abhilfe schaffte ein Außendepot in der Fürther Südstadt, das allerdings nur über einen 80m langen, nicht barrierefreien Zugangsweg und dann eine schmale Kellertreppe zu erreichen ist. Deshalb bemühte sich das Stadtarchiv seit 2011 um den Einbau neuer Regale. Durch Einsparungen und Spenden standen ab 2014 Mittel zur Verfügung. Nach intensiven Vorarbeiten und Planungen begannen im November 2016 die Maßnahmen. Zu den unvorhergesehen Problemen gehörte beispielsweise ein 1,20m breiter Versorgungsschacht, auf dem eine der Schienen für die Regale hätte laufen sollen. Aus statischen Gründen war dies nicht möglich und es musste erfolgreich umgeplant werden.

Ausgebaute alte Regalanlage aus dem 1970er Jahren.

Vorgesehen war die Ausstattung von drei Räumen mit neuen Rollregalanlagen. Die Magazine waren bis dato mit Regalen aus den 1970er Jahren eingerichtet, die durch die großen Abstände zwischen den Regalen viel Spielraum boten. Vor deren Abbruch mussten zunächst über 47.000 Archivalieneinheiten, darunter 2.700 Zeitungsbände, ausgeräumt werden. Da die Kosten für ein Umzugsunternehmen den finanziellen Rahmen gesprengt hätte, wurde die Arbeiten durch das Team des Stadtarchivs erledigt. Die Zwischenlagerung der Dokumente erfolgte in den anderen Magazinräumen und auf den Fluren. Eine Benutzung der betroffenen Bestände war deshalb eine Zeit lang unmöglich. Das Haus blieb von November 2016 bis Anfang Januar 2017 geschlossen.

Alle Freiflächen im Erdgeschoss musste für die Zwischenlagerung genutzt werden.

Um die Treppenstufen zwischen den Gebäudeteilen zu überwinden - ein Aufzug ist leider nicht vorhanden - errichtete die Stadthalle Fürth eine "Brücke". Dies ermöglichte einen barrierefreien Transport der Archivalien, die zuvor auf Paletten gestapelt wurden. Anschließend erfolgte der Abbruch der alten Regale. Um die einmalige Gelegenheit zu nutzen, kümmerte sich die Gebäudewirtschaft Fürth um die Renovierung der Räume und um neue Beleuchtung. In den beiden Wochen vor Weihnachten errichtete dann die Firma Zambelli insgesamt 20 Rollregalanlagen und mehrere Standregale mit einer Höhe von ca. 3,50m, um die Räume bestmöglich auszunutzen.

Ab 2. Januar räumte das Archivteam die Bände und Kartons wieder ein. Dabei wurde auch die zum Teil etwas unorthodoxe Reihenfolge der Bestandslagerung geändert, so dass das Auffinden der nun nach Signaturen durchgehend schlüssig gelagerten Archivalien viel einfacher ist. Darüber hinaus wurde ein weiterer abgeschlossener Bestand angereiht. Damit steht der neu geschaffene Platz für die Aufnahme neu zu verzeichnender Unterlagen im neuen Bestand (EAPl) bereit.

Insgesamt wurden über 66.000 Archivalieneinheiten in ca. 10.000 Verpackungseinheiten mit einem Gesamtgewicht von ca. 35 Tonnen aus- und in neuer Reihenfolge wieder eingeräumt. Es wurde Raum für ca. 40.000 zusätzliche Archivalien geschaffen, womit zumindest auf einige Jahre die akute Raumnot des Stadtarchivs Fürth gelindert wird.

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