In der Stadtchronik Nürnberg geblättert:

Eintrag in der Stadtchronik zum Lichterzug am 10. Dezember 1970. Der Stadtchronist gehörte auch zu den begeisterten Zuschauern, wie die Anmerkung „eigener Bericht“ verrät. (Stadtarchiv Nürnberg F 2 Nr. 62)
Der Lichterzug der Nürnberger Volksschulen findet seit dem Jahr 1948 statt. Mit ihren aufwändigen, in wochenlanger Arbeit gefertigten Laternen ziehen die Schülerinnen und Schüler von der Fleischbrücke zur Burg hinauf, wo ein Krippenspiel stattfindet.

„Vom Himmel hoch, da kommʼ ich her“, so begrüßte der Engel die zahlreichen Kinder, die die Kulisse unterhalb der Burg mit ihren Laternen hell erleuchteten. Mit der Darstellung der Weihnachtsgeschichte am Ölberg fand der Lichterzug am 10. Dezember 1970 seinen Abschluss. (Stadtarchiv Nürnberg A 55-IV-8-14-8)
Der Nürnberger Stadtchronist verfasste auch für die Fränkische Tagespost einen Artikel zum Lichterzug. Die Freude der Kinder ließ ihn offenbar wehmütig werden, er schrieb:
Langsam, beim Näherkommen, schälen sich die einzelnen Laternen aus dem Strom der endlosen Schlange, die unablässig hin und her wogt und sich zuweilen in einen quirlenden Wust von Goldfäden zerspleißt. Und unter jeder einzelnen Lampe glüht rotwangig ein Kindergesicht mit glänzenden Augen: sie haben noch echte Erlebnisfähigkeit, die acht-, zehn- und zwölfjährigen, Erlebnisfähigkeit, die uns sogenannten Erwachsenen so leicht abhanden kommt…